Mit Vorsicht und Rücksicht: Richtiges Verhalten im Stau

Nichts geht mehr: Der Verkehr staut sich kilometerlang. Das Warten im Auto stellt die Geduld der Verkehrsteilnehmer auf die Probe. Immer wieder verleitet diese Situation Autofahrer zu unüberlegtem Handeln. Doch kurz auszusteigen oder über den Standstreifen weiterzufahren kann lebensgefährlich sein. Die wichtigsten Verhaltensregeln und Tipps, um Staus sicher zu bewältigen.

Warum staut sich der Verkehr?

Rund 685 000 Staus verzeichnet der ADAC für 2021 auf den Autobahnen in Deutschland. Mehr als 346 000 Stunden saßen Autofahrer insgesamt fest. Häufigste Ursachen für einen Stau sind

  • Überlastung der Straße wegen zu starkem Verkehr
  • Geschwindigkeitsunterschiede: Große Tempounterschiede zwischen verschiedenen Fahrzeugen können auf einer dicht befahrenen Autobahn den Verkehrsfluss ausbremsen.
  • Dichtes Auffahren: Nah aufzufahren und scharf zu bremsen stoppt ebenfalls den Verkehrsfluss.
  • Baustellen
  • Unfälle

Stau in Sicht – was jetzt?

Wer vor sich einen Stau bemerkt, sollte

  1. die Warnblinkanlage einschalten: So können Sie die Verkehrsteilnehmer hinter sich warnen und Auffahrunfälle verhindern. Warnblinker erst ausschalten, wenn die Autos dahinter zum Stillstand gekommen sind.
  2. die Geschwindigkeit langsam verringern und plötzliches Abbremsen vermeiden.
  3. eine Rettungsgasse bilden.

Wann muss eine Rettungsgasse gebildet werden?

Eine Rettungsgasse ist auf der Autobahn immer Pflicht, sobald der Verkehr stockt. Die Rettungsgasse sorgt dafür, dass Einsatzfahrzeuge von der Polizei und der Feuerwehr sowie Krankenwagen schnell und ungehindert den Stau passieren können. Der Seitenstreifen ist dafür oft nicht geeignet.
Dabei ist es wichtig, dass die Rettungsgasse bereits bei den ersten Anzeichen eines Staus gebildet wird und nicht erst, wenn die Sirenen der Einsatzfahrzeuge zu hören sind. Wenn die Fahrzeuge bereits dicht auf dicht stehen, ist es nicht mehr möglich, den Rettungsfahrzeugen rechtzeitig Platz zu schaffen.

Wie wird die Rettungsgasse gebildet?

Zur Bildung der Rettungsgassen gibt es eine einfach zu merkende Regel:

  • Bei zwei Spuren fahren die Fahrzeuge auf der linken Spur an den linken Rand, die Fahrzeuge auf der rechten Spur an den rechten Rand. In der Mitte eine freie Bahn für Rettungs- und Bergungsfahrzeuge.
  • • Bei mehr als zwei Spuren wird die Rettungsgasse zwischen der linken und allen daneben liegenden Spuren gebildet. Heißt: Die Fahrzeuge auf der linken Spur fahren an den linken Rand, alle anderen Fahrzeuge fahren soweit wie möglich nach rechts.

Genutzt werden darf die Rettungsgassen ausschließlich mit Polizei- und Hilfsfahrzeugen, also Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen, Arzt- und Abschleppfahrzeuge. Die Rettungsgasse muss solange offen gehalten werden, bis der Verkehr wieder fließt. Denn auch wenn bereits Rettungskräfte durchgefahren sind, können noch weitere Einsatzfahrzeuge folgen.

Was sollte noch beachtet werden?

Zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden sind darüber hinaus weitere Regeln im Stau wichtig:

  • Geschwindigkeit an die Situation anpassen: Bei Stop-and-Go im Stau nur in Schrittgeschwindigkeit fahren;
  • Den Standstreifen nicht als Ausweichspur nutzen;
  • Mindestens eine Fahrzeuglänge Abstand halten, um Auffahrunfälle zu verhindern;
  • Nicht aus dem Auto aussteigen;
  • Auf Meldungen im Radio und Hinweise der Polizei achten;
  • Bei Stillstand den Motor abschalten – dann ist es auch erlaubt, den Sicherheitsgut abzuschnallen und zu telefonieren.

Falsches Verhalten ist gefährlich und kann bestraft werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder, Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot.

Gelassen bleiben im Stau – wie kann ich mich vorbereiten?

Autofahrer sollten immer damit rechnen, in einen Stau geraten zu können. Darauf vorbereitet zu sein, reduziert den Stress bereits erheblich. Im Sommer bedeutet das beispielsweise, vor der Abfahrt zu prüfen, ob Klimaanlage und Pollenfilter funktionieren. Das Motorkühlmittel sollte aufgefüllt sein. Außerdem sollten immer ausreichend kalte Getränke eingepackt werden. Im Winter gilt umgekehrt: Funktioniert die Heizung? Ist Frostschutzmittel eingefüllt? Sind ein Eiskratzer, eine Decke, warme Kleidung und heiße Getränke mit an Bord? Zu jeder Jahreszeit wichtig ist ein gut gefüllter Tank.

Mit guter Planung Staus umgehen?

Die zwei wichtigsten Tipps, um nicht von einem Stau ausgebremst zu werden: Stoßzeiten wenn möglich vermeiden und die Route bereits im Vorfeld auf Staus hin kontrollieren. Wer trotz vorausschauender Planung in einen Stau gerät, sollte die Ruhe bewahren. Hektik geht auf Kosten der Konzentration und kann schnell zu einem Unfall führen. Im Stop-and-go-Verkehr ist die Gefahr von Auffahrunfällen besonders groß.

In solchen Fällen steht AFC den Betroffenen mit sofortiger Hilfe zur Seite: Ein Anruf genügt und AFC übernimmt das komplette Schadenmanagement. Das Rundum-sorglos-Paket für Fuhrparks umfasst unter anderem das schnelle Bereitstellen eines Ersatzfahrzeugs, die Reparatur des Unfallfahrzeugs sowie die Abrechnung mit der Versicherung und die Rechnungsprüfung. Dieses aktive Schadensmanagement bietet nicht nur ein Plus an Service, sondern senkt deutlich die Kosten und hält den Fuhrpark immer mobil.

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