So schön die weiße Schneedecke mancherorts auch ist, so werden Autofahrer in diesen Tagen in vielen Teilen Deutschlands vor besondere Herausforderungen: unzureichend geräumte und glatte Straßen, schlechte Sicht und technische Probleme können für ein erhöhtes Unfallrisiko sorgen. Wer jetzt unterwegs ist, muss nicht nur vorausschauend fahren, sondern auch sein Fahrzeug optimal vorbereiten.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Herausforderungen im Winter besonders kritisch sind und wie Sie sich bestmöglich schützen.
Unsichtbares Blitzeis
Was versteht man unter Blitzeis?
Klingt gefährlich - und ist es auch: Wie der Name schon sagt, entsteht Blitzeis, wenn Regen oder Nebel auf gefrorene Fahrbahnen treffen. Dann kann sich innerhalb kürzester Zeit eine dünne und transparente Eisschicht bilden, die spiegelglatt und nahezu unsichtbar ist. Die Folge: Reifen verlieren die Bodenhaftung, was zu gefährlichem Schleudern bis hin zu Unfällen führen kann.
Wo wird es gefährlich?
Blitzeis taucht häufig auf Brücken und in schattigen Bereichen auf – dort frieren Straßen rasch zu. Besonders in den Morgen- und Abendstunden, wenn sich die Temperaturen am stärksten verändern, sollten Fahrende verstärkt auf plötzlich auftretende Eisschichten achten.
Was hilft bei Blitzeis?
Nach Möglichkeit sollten Sie die Fahrt verschieben, wenn vor Blitzeis gewarnt wird. Wenn Sie schon unterwegs sind, ist es am wichtigsten, Ruhe zu bewahren: abruptes Bremsen vermeiden, gleichmäßig lenken, sanft vom Gas gehen und mehr Abstand zum vorausfahrenden Wagen halten.
Richtige Bereifung
Was Sie aus rechtlicher Sicht beachten müssen
In Deutschland gibt es eine situative Winterreifenpflicht. Das heißt: Sobald auf der Fahrbahn winterliche Straßenverhältnisse herrschen – konkret: Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte –, dürfen Sie nur mit geeigneten Winterreifen unterwegs sein (§ 2 Abs. 3a StVO).
Als Faustregel können Sie sich an der Formel "Oktober bis Ostern" orientieren. Selbstverständlich bietet diese nur eine grobe zeitliche Orientierung und ist nicht rechtlich bindend.
Welche Reifen sind zugelassen?
- Pflicht ist die Montage von Reifen mit dem Alpine-Symbol (3PMSF) – ein Bergpiktogramm mit Schneeflocke.
- Reifen mit nur noch veralteter M+S-Kennzeichnung sind seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr zugelassen, es sei denn, sie wurden vor dem 1. Januar 2018 hergestellt (Übergangsfrist endete im Herbst 2024).
- Ganzjahresreifen sind erlaubt – allerdings nur, wenn sie ebenfalls das Alpine-Symbol tragen.
- Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von 1,6 mm, empfohlen sind jedoch mindestens 4 mm
Wer ist betroffen und wer ist ausgenommen?
- Alle Radpositionen müssen mit wintertauglichen Reifen ausgestattet sein.
- Ausgenommen sind u. a.:
- Einspurige Fahrzeuge (z. B. Motorräder)
- Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft
- Bestimmte Spezialfahrzeuge, sofern keine wintertauglichen Reifen verfügbar sind – hier gelten besondere Sorgfaltspflichten: ggf. nur 50 km/h, Mindestabstand & Fahrtprüfung vor Fahrtantritt
Warum sind Winterreifen so wichtig?
Winterreifen bleiben bei niedrigen Temperaturen geschmeidig, bieten mithilfe spezieller Profilstrukturen besseren Grip auf Schnee und Eis und sorgen durch breitere Rillen dafür, dass Wasser und Matsch besser abtransportiert werden. Dies kann die Gefahr von Aquaplaning verringern. Sommerreifen verhärten bei Kälteeinbruch – dadurch kann Ihre Kontrolle auf der Fahrbahn deutlich abnehmen.
Autobatterien im Winter
Kälte ist der größte Feind Ihrer Autobatterie: Schon bei 0 °C verliert sie rund 30 % ihrer Leistung, bei −20 °C sogar die Hälfte. Gleichzeitig steigt der Energiebedarf durch Heizung, Licht und Gebläse. Lassen Sie Ihre Batterie daher am besten vor dem Winter einmal prüfen und tauschen Sie sie bei Bedarf aus. Sofern Sie keine Garage zur Verfügung haben, kann der Kauf einer Thermohülle eine sinnvolle Investition sein, um die Batterie zu schonen. Vermeiden Sie häufige Kurzstrecken, da diese die Batterie nicht vollständig laden – längere Fahrten oder ein Erhaltungsladegerät helfen, Tiefentladung vorzubeugen. Schalten Sie zusätzliche Verbraucher wie Sitzheizung erst nach dem Motorstart ein und kontrollieren Sie regelmäßig den Ladezustand.
Checkliste für den Winter
Um für alle Fälle gut gewappnet zu sein, haben wir Ihnen im Folgenden eine Liste mit Hilfsmitteln für den Winter zusammengestellt:
Kälteschutz & Ladegerät für Batterie
Handyladegerät oder Powerbank
Starthilfekabel
Enteiser
Warme Decke, warme Schuhe, heiße Getränke (Tee, Kaffee) & Handschuhe
Handbesen & Eiskratzer
Taschenlampe
Schaufel, Sandsack & Schneeketten (wo ratsam)
Sicheres Fahren erfordert mehr als nur Vorsicht – es braucht eine durchdachte Strategie zur Schadenprävention und ein verlässliches Partnernetzwerk für den Fall des Falls. Mit PRIME unterstützen wir von AFC Ihren Fuhrpark dabei, Risiken durch Prävention zu minimieren.
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